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Gläserfunde in Hohen-Sülzen

»Dionysos-Flasche« 3. Jahrhundert n. Chr.
Einer der bedeutendsten Funde römischer Gläser auf deutschem Boden aus spätrömischer Zeit ausgestellt im Landesmuseum in Mainz.

In den Urkunden des Klosters Lorsch taucht erstmals im Jahre 766 der Name Sulzheim auf.
Vor diesem Zeitpunkt war aber unsere Gegend schon besiedelt. Das beweisen umfangreiche Funde, die im Wormser Museum ausgestellt sind.
Bei den Gegenständen handelt es sich um Teller, Schalen, Messer und Gürtelschnallen, die im April 1937 bei Drainagearbeiten in der Gewann »In der Nachtweide« angeschnitten wurden. Es handelt sich um 30 Gräber, die von der Latènezeit (150 vor Christus) bis in die spätrömische Zeit datieren. Die zugehörige Siedlung (römisches Dorf von beträchtlicher Ausdehnung) wurde in einer benachbarten Gewann »Weil« beobachtet - Richtung Bockenheim. 3 Gefäße aus der Latènezeit sind auf der ersten Tafel zu sehen. Die Kelten waren in dieser Zeit angesiedelt, später dann die Römer.

1869 wurden in einer Tongrube 2 spätrömische Sarkophage mit einem Diatretglas und fünf weiteren kostbaren Gläsern gefunden.
Die Grabinventare kamen leider nicht in eine Hand, ein Teil nach Bonn, der größte Teil nach Mainz ins Landesmuseum. Eine Zusammenführung erfolgte 1936. 1939 wurden die Funde in Kisten verpackt und nach Erbach im Odenwald in Sicherheit gebracht.

Dionysos Flasche, 3. Jh. n. Chr., Landesmuseum MainzNach dem 2. Weltkrieg kam nur noch das herausragende Stück, die 42 cm hohe Dionysos-Flasche, in Scherben in Mainz an. Das Diatretglas und die anderen Flaschen waren verschollen. In einjähriger Arbeit wurde das Meisterstück der römischen Glassammlung restauriert. Die Henkelflasche ist mit Szenen aus dem Umkreis des antiken Weingottes Dionysos verziert. In seiner Gesamtheit zählt das Ensemble zu den bedeutendsten Funden römischer Gläser, die jemals auf deutschem Boden gemacht wurden. 

Über die Hohen-Sülzer Gläserfunde wurden viele wissenschaftliche Artikel verfasst. Das Landesmuseum Mainz hat uns einen Großteil zur Verfügung gestellt. Sie sind im Ratssaal ausgelegt.

Weitere Informationen über das Diaretglas finden Sie auf der Seite
www.glasrepliken.de - Gedanken über den Hohensülzener Diatretbecher


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